Der Absolutismus
Absolutismus in Frankreich
Entwicklung des Absolutismus
1562: Beginn der Religions- und Bürgerkriege zwischen Hugenotten (frz. Calvinisten) und Katholiken.
Ludwig XIII. und Kardinal Richelieu:
Leitung der Staatsgeschäfte durch Richelieu.
Entmachtung der Stände und Gebietsgewinne durch den Westfälischen Frieden.
Höhepunkt der Konflikte mit der "Bartholomäusnacht" (24.08.1572).
Heinrich IV. (1589–1610):
Edikt von Nantes, das die freie Religionsausübung gewährte.
Stärkung des Königtums gegenüber dem Adel.
Folge: Uneingeschränkte Herrschaft des Königs – Absolutismus.
Machtverteilung in Frankreich
Machtstruktur in Europa seit dem frühen Mittelalter geprägt durch die Beziehung zwischen Zentralgewalt (Kaiser/König) und regionalen Instanzen (Adel, Städte).
Frankreich: Starke Zentralgewalt, der König regiert über das Land.
Königswürde ist erbbar.
Ludwig XIV. und der Absolutismus
Starke Stellung des Königs
Ausspruch von Ludwig XIV.: "Der Staat bin Ich!"
Kontrolle der gesamten Verwaltung durch bürgerliche statt adelige Beamte.
Minister unterlagen der Rechenschaft gegenüber dem König.
Stehendes Heer: Absolute Treue, alle mussten sich fügen.
Herrschaftsauffassung
Kardinal Mazarin: Übernahme der Regierungsführung für den unmündigen Ludwig XIV.
"Sonnenkönig": Gottesgnadentum als Legitimation.
Übernahme der Regierung nach Mazarin's Tod (1661).
Keine Rechenschaftsablage.
Versailles: Symbol des Absolutismus
Vorstellung: Ausgedehnte Parkanlage von 15.000 ha, trockengelegtes Sumpfland.
Geometrische Formen und künstliche Wasserspiele; Symbol für Königliche Kontrolle über die Natur.
Schloss: Prunkvolle Residenz, 15 km von Paris, Bauzeit 1661–1689, ca. 2.000 Räume (darunter der Spiegelsaal).
Hofstaat: Etikette und Zeremonien, ca. 20.000 Menschen, hohe Kosten für Staatsausgaben.
Adel und Hofleben
Adel nicht mehr in der Verwaltung tätig; Aufgaben am Hof, sehr teures Leben.
Gunstbezeugung des Königs bestimmt den Rang am Hof; Abhängigkeit des Adels.
Herrschaftsform des Absolutismus
Definition: Absolutismus = "ab solutos" = losgelöst von Gesetzen.
Grundlage: Gottesgnadentum. Der König ist nur Gott gegenüber verantwortlich.
Symbol der Macht: Die Sonne – Ludwig XIV. als "Sonnenkönig".
Stände im Absolutismus
Stand: Klerus (Privilegiert, steuerfrei).
Stand: Adel (Privilegiert, steuerfrei).
Stand: Bürger und Bauern (ca. 82 % der Bevölkerung, tragen Steuerlast).
Stützen der königlichen Macht
Privilegien von Klerus und Adel.
Stehendes Heer; einheitliche Uniformen und neue Waffen.
Ideologie: "Ein König, ein Glaube, ein Gesetz" – Ende der Religionsfreiheit.
Wirtschaftspolitik im absolutistischen Frankreich
Kosten des Absolutismus: Hohe Ausgaben, Staatsverschuldung aufgrund von Prunk, Hofleben und militärischen Ausgaben.
Merkantilismus:
Wirtschaftsform mit starken staatlichen Eingriffen, Anwerbung von Fachkräften.
Einfuhr von Rohstoffen, Ausfuhrverbot für Rohstoffe, Ausfuhr von Fertigwaren.
Merkmale des Merkantilismus
Erhöhung der Staatseinnahmen durch staatliche Interventionen und Handelspolitik unter Finanzminister Colbert.
Förderung von Manufakturen und einheitlichen Maßen, Gewichten und Münzen.
Auswirkungen des Absolutismus
Ständige Steuererhöhungen führten zur Verarmung des Volkes.
Staatsverschuldung aufgrund hoher Ausgaben, ohne Berücksichtigung des Volks.
Absolutismus in Deutschland
Regionale Herrschaft der Fürsten, Nachahmung des französischen Lebensstils.
Königreich Preußen: Aufstieg zur Großmacht durch absolutistische Regierung unter Friedrich Wilhelm I. (1713).