Exhaustive Studiennotizen zu Economics: Mikro- und Makroökonomik
Grundlagen von Nachfrage und Angebot
Marktdynamik bei Preisänderungen:
Nachfrageerhöhung: Führt zu einem Anstieg von Preis () und Menge ().
Nachfragerückgang: Führt zu einem Sinken von Preis () und Menge ().
Angebotserhöhung: Führt zu einem Sinken des Preises () und einem Anstieg der Menge ().
Angebotsrückgang: Führt zu einem Anstieg des Preises () und einem Sinken der Menge ().
Substitutionsgüter (Substitutes): Zwei Güter werden als Substitute bezeichnet, wenn eine Senkung des Preises des einen Gutes einen Rückgang der Nachfrage nach dem anderen Gut verursacht. Beispiele: Wein und Champagner, DVD-Miete und Kinotickets.
Komplementärgüter (Complements): Zwei Güter werden als Komplemente bezeichnet, wenn eine Senkung des Preises des einen Gutes einen Anstieg der Nachfrage nach dem anderen Gut verursacht. Beispiele: Computer-Software und Hardware, Speck und Eier, Autos und Benzin.
Marktungleichgewicht:
Angebotsüberschuss (Surplus): Es wird mehr angeboten als nachgefragt. Anbieter werden den Preis senken, bis das Gleichgewicht erreicht ist.
Nachfrageüberschuss (Shortage): Es wird mehr nachgefragt als angeboten. Anbieter werden den Preis erhöhen, bis das Gleichgewicht erreicht ist.
Mathematische Darstellung:
Nachfragefunktion: .
Angebotsfunktion: .
Inverse Nachfragefunktion: .
Inverse Angebotsfunktion: .
Gleichgewicht: . In der grafischen Analyse wird meist nach aufgelöst.
Mathematische Grundlagen: Partielle Differentiation
Definition: Bei einer Funktion mit zwei unabhängigen Variablen betrachtet die partielle Differentiation die Änderung von , wenn eine Variable variiert wird, während die andere konstant bleibt.
Differenzenquotienten:
Änderung in , wenn variiert und fix bleibt: .
Änderung in , wenn variiert und fix bleibt: .
Partielle Ableitungen:
Nach : .
Nach : .
Notationen: , , , .
Beziehungstypen:
Positive Beziehung: Steigen/Fallen von führt zu Steigen/Fallen von .
Negative/Inverse Beziehung: Steigen/Fallen von führt zu Fallen/Steigen von .
Preiselastizität der Nachfrage
Definition: Misst, wie Käufer die nachgefragte Menge anpassen, wenn sich der Preis ändert.
Formeln:
Punktelastizität: .
Interpretation: Wenn der Preis um steigt, sinkt die Nachfragemenge um .
Extreme Fälle:
Vollkommen elastische Nachfrage (): Bei vollkommenem Wettbewerb. Jede Preiserhöhung führt zum totalen Nachfrageverlust. Beispiel: Massenproduktion mit perfekten Substituten.
Vollkommen unelastische Nachfrage (): Preisänderungen haben keinen Einfluss auf die Menge. Beispiel: Heroinabhängigkeit, unentbehrliche Güter.
Determinanten der Elastizität:
Anzahl verfügbarer Substitute: Viele Substitute machen die Nachfrage elastisch.
Luxusgüter (elastisch) vs. Notwendigkeiten (unelastisch). Hinweis: High-End-Luxusgüter für Superreiche können wieder unelastisch sein.
Marktdefinition: Breite Märkte (Lebensmittel) sind unelastisch, enge Märkte (spezielle Buttersorte) sind elastisch.
Zeithorizont: Nachfrage ist kurzfristig oft unelastischer als langfristig (z.B. Benzinverbrauch bei Autos).
Bogenelastizität (Arc Elasticity): Wird über einen spezifischen Abschnitt der Kurve berechnet: .
Konsumenten- und Produzentenrente
Konsumentenrente (Consumer Surplus): Bereitschaft zu zahlen minus tatsächlicher Marktpreis. Grafisch die Fläche unter der Nachfragekurve und über dem Marktpreis.
Produzentenrente (Producer Surplus): Marktpreis minus Produktionskosten. Grafisch die Fläche über der Angebotskurve und unter dem Marktpreis.
Wohlfahrt (Total Surplus): Die Summe aus Konsumenten- und Produzentenrente. .
Effizienz: Freie Märkte maximieren die Gesamtwohlfahrt. Jede Marktmintervention oberhalb des Gleichgewichts verringert die Wohlfahrt.
Staatliche Eingriffe und Marktversagen
Höchstpreise (Price Ceilings): Dienen dem Schutz der Konsumenten (z.B. Mietpreisbremse). Können zu Knappheit führen.
Mindestpreise (Price Floors): Dienen dem Schutz der Produzenten (z.B. Mindestlohn). Können zu Arbeitslosigkeit führen.
Steuern: Erhöhen den vom Käufer gezahlten Preis und senken den vom Verkäufer erhaltenen Preis. Führen immer zu einer Reduktion des Outputs und zu einem Wohlfahrtsverlust (Deadweight Loss).
Steuerinzidenz: Die Seite mit der geringeren Elastizität (unelastischere Kurve) trägt den größeren Teil der Steuerlast.
Theorie der Produktion
Produktionsfunktion: , wobei Kapital und Arbeit darstellt.
Kurzfristige Produktion: Ein Faktor (meist Kapital ) ist fix.
Durchschnittsprodukt der Arbeit (APL): .
Grenzprodukt der Arbeit (MPL): oder .
Eigenschaften: Erst überproportionaler, dann unterproportionaler Anstieg der Produktion bis zum Maximum, danach Rückgang (Gesetz des abnehmenden Ertrags). Das Grenzprodukt schneidet das Durchschnittsprodukt in dessen Maximum.
Langfristige Produktion: Beide Faktoren () sind variabel. Cobb-Douglas-Funktion: .
Isoquante: Ort aller Kombinationen von und , die denselben Output liefern.
Grenzrate der technischen Substitution (MRTS): . Gibt an, wie viel Kapital für eine Einheit Arbeit ersetzt werden kann.
Skalenerträge (Returns to Scale):
Ansteigend: Output steigt mehr als doppelt bei Verdopplung der Inputs (\alpha + \beta > 1).
Konstant: Output verdoppelt sich ().
Abnehmend: Output steigt weniger als doppelt (\alpha + \beta < 1).
Kostenrechnung
Kostenarten:
Fixkosten (FC): Unabhängig vom Output.
Variable Kosten (VC): Abhängig vom Output.
Gesamtkosten: .
Grenzkosten: .
Opportunitätskosten:
Explizite Kosten: Tatsächliche Geldzahlungen.
Implizite Kosten: Kein direkter Geldabfluss (z.B. entgangene Miete für eigene Gebäude, Eigenkapitalverzinsung).
Versunkene Kosten (Sunk Costs): Bereits getätigte Ausgaben, die nicht wiederherstellbar sind (z.B. F&E-Kosten). Sie sollten für zukünftige Entscheidungen ignoriert werden.
Nutzerkosten des Kapitals (User Cost of Capital): .
Isokostengerade: Alle Kombinationen von und mit gleichen Gesamtkosten .
Kostenminimierungs-Bedingung: oder .
Gewinnmaximierung und Marktformen
Gewinn (): (, ).
Bedingung erster Ordnung: .
Vollkommene Konkurrenz:
Unternehmen sind Preisnehmer ().
Homogene Produkte, freier Marktzu- und -austritt.
Kurzfristige Stilllegung (Shut-down), wenn P < AVC.
Langfristig gilt: (Nullgewinn-Bedingung).
Monopol:
Einziger Anbieter, keine engen Substitute.
Eintrittsbarrieren (Patente, Ressourcenkontrolle, natürliche Monopolvorteile).
Gewinnmaximierung: Der Monopolist setzt Menge dort, wo , aber der Preis liegt über . Dies führt zu einem Wohlfahrtsverlust.
Makroökonomik: Messung der Wirtschaftsleistung
Bruttoinlandsprodukt (BIP/GDP): Marktwert aller für den Endverbrauch bestimmten Waren und Dienstleistungen, die in einem Land in einem Zeitraum produziert werden.
Verwendungsansatz: (, , , ).
Nominales vs. Reales BIP:
Nominal: Zu aktuellen Preisen ().
Real: Zu Preisen eines Basisjahres (). Das reale BIP ist der bessere Indikator für den Lebensstandard.
BIP-Deflator: . Ein Maß für das allgemeine Preisniveau.
Verbraucherpreisindex (VPI/CPI): Misst Preisänderungen eines repräsentativen Warenkorbs für private Haushalte.
Zinssätze und Arbeitslosigkeit
Nominalzins (): Nicht um Inflation bereinigter Zins.
Realzins (): Bereinigt um Inflation (Fisher-Gleichung).
Approximation: ().
Exakte Version: .
Arbeitslosigkeit:
Erwerbspersonen = Beschäftigte + Arbeitslose.
Arbeitslosenquote = .
Arten: Friktionell (Sucharbeitslosigkeit), Strukturell (Überangebot durch zu hohe Löhne).
Der Gütermarkt und der Multiplikator
Nachfrage (): .
Konsumfunktion: .
.
.
Multiplikator: Ein Anstieg der autonomen Ausgaben führt zu einer mehrfachen Erhöhung des Einkommens: .
Das IS-LM- und AS-AD-Modell
IS-Kurve: Gleichgewicht auf dem Gütermarkt (). Negativ geneigt (Zinsanstieg senkt Investitionen und Output).
LM-Kurve: Gleichgewicht auf dem Geld- und Finanzmarkt. Positiv geneigt (Einkommensanstieg erhöht Zins).
AS-Kurve: Beschreibt die Angebotsseite (Arbeitsmarkt).
AD-Kurve: Kombiniert IS- und LM-Modell. Beschreibt die Nachfrageseite der Gesamtwirtschaft.
Neutralität des Geldes: Eine Erhöhung der Geldmenge führt kurzfristig zu höherem Output und niedrigerem Zins, hat aber mittelfristig nur Auswirkungen auf das Preisniveau (Preise steigen proportional zur Geldmenge).
Angebotsschock (z.B. Ölpreis): Führt zu steigenden Preisen und sinkendem Output (Stagflation). Die natürliche Arbeitslosenquote steigt.
Fragen und Diskussion
Frage zum Parlamentsgehalt: Gehalt 1911 war , 2009 war es . Unter Berücksichtigung des Preisniveaus ( in 2009 vs. in 1911) entsprach das Gehalt von 1911 heute ca. . Die Abgeordneten haben ihr Realeinkommen somit fast verdoppelt.
Prüfungshinweise: Unterscheidung zwischen kurzfristigen und langfristigen Kostenkurven ist zentral. Grenzkostenkurven schneiden Durchschnittskostenkurven immer in deren Minimum. Im Monopol ist P > MC.