Fotosynthese Notizen
Ablauf der Fotosynthese
Primärreaktionen der Fotosynthese
Ziel: Bildung von Kohlenhydraten aus Kohlenstoffdioxid. Formal eine Reduktion, die chemische Energie und Reduktionsmittel benötigt.
Bereitstellung von Energie und Reduktionsmittel: ATP und NADPH + H+ werden in den Primärreaktionen (Fotoreaktion) bereitgestellt.
Ort: Thylakoide der Chloroplasten.
Sekundärreaktionen (Synthesereaktion):
Ort: Stroma der Chloroplasten.
Reduktion von Kohlenstoffdioxid zur Erzeugung von Kohlenhydraten.
Umwandlung von Lichtenergie in chemische Energie
Zusammenarbeit von zwei Fotosystemen: Fotosystem I und Fotosystem II.
Benennung: Nach der Reihenfolge ihrer Entdeckung.
Reaktionszentren: Spezielles Chlorophyllpaar (primärer Donor).
P700 (Fotosystem I).
P680 (Fotosystem II).
Beteiligte Redoxsysteme: Mehrere Redoxsysteme und die ATP-Synthase.
Schritte der Primärreaktionen
Anregung von Fotosystem II durch Licht: Der primäre Donor P680 wird angeregt und gibt ein Elektron an einen Akzeptor ab, wodurch oxidiertes Chlorophyll+ entsteht.
Elektronenzufuhr zum oxidierten Chlorophyll: Durch den Wasserspaltungskomplex von Fotosystem II.
Wasserspaltung: Unter Beteiligung einer manganhaltigen Struktur wird Wasser in Elektronen, Protonen und Sauerstoff gespalten.
Sauerstoff: Wird freigesetzt.
Protonen: Verbleiben im Lumen der Thylakoide.
Zwei Wassermoleküle: Werden gespalten, um ein Sauerstoffmolekül herzustellen, wobei vier Protonen und Elektronen freigesetzt werden.
Elektronentransportkette: Elektronen gelangen vom Fotosystem II über Redoxsysteme (Plastochinon, Cytochromkomplex, Plastocyanin) zum Fotosystem I.
Protonenpumpe: Plastochinon pumpt in Zusammenarbeit mit dem Cytochromkomplex Protonen in das Lumen der Thylakoide.
Protonengradient: Zusammen mit den Protonen aus der Wasserspaltung entsteht ein Protonengradient über die Thylakoidmembran.
ATP-Synthase: Nutzt den Protonengradienten zur ATP-Bildung (Fotophosphorylierung).
Fotosystem I: Der primäre Donor P700 gibt nach Anregung durch Licht ein Elektron an eine zweite Elektronentransportkette weiter.
Grundzustand: Fotosystem I gelangt wieder in den Grundzustand, indem es ein vom Fotosystem II zugeführtes Elektron übernimmt.
Elektronenübertragung auf NADP+: Am Ende der Elektronentransportkette werden die Elektronen auf das Coenzym NADP+ übertragen, das dabei mit Protonen aus dem Stroma des Chloroplasten zu NADPH + H+ reduziert wird.
Abschluss der Primärreaktionen
Bereitstellung von ATP und NADPH + H+.
Voraussetzungen für die Sekundärreaktionen sind geschaffen.
Das Blatt als Organ der Fotosynthese
Ort der Fotosynthese: Grüne Teile der Pflanze, insbesondere die Laubblätter.
Chloroplasten: Enthalten Chlorophyll, das die Grünfärbung verursacht.
Aufbau des Laubblatts
Epidermis: Einschichtiges Abschlussgewebe auf Ober- und Unterseite, chloroplastenfrei.
Cuticula: Wasserundurchlässige Schutzschicht über den Epidermiszellen.
Fotosynthetisch aktives Gewebe: Zwischen oberer und unterer Epidermis.
Palisadengewebe: Lang gestreckte, pfahlförmige Zellen mit zahlreichen Chloroplasten, senkrecht zur Blattoberfläche.
Schwammgewebe: Unregelmäßig geformte Zellen, meist weniger chloroplastenreich als das Palisadengewebe.
Interzellularen: Große, lufterfüllte Zellzwischenräume.
Spaltöffnungen: Schlitzförmige Öffnungen, die die Interzellularen mit der Außenwelt verbinden.
Funktion: Abgabe von Sauerstoff und Wasserdampf, Aufnahme von Kohlenstoffdioxid.
Schließzellen: Begrenzen die Spaltöffnungen.
Anzahl der Spaltöffnungen
Mehrere Hundert pro zur Sicherstellung der Kohlenstoffdioxidversorgung und des Wasserhaushaltes.
Leitbündel
Versorgen die Zellen mit Wasser und Mineralsalzen.
Xylem: Wasserleitungsbahnen.
Phloem: Leitungsbahnen für organische Stoffe.
Blattadern: Äußerlich erkennbare größere Leitbündel.
Schatten- und Sonnenblätter
Spezialisierungen im Blattbau: In Abhängigkeit von Standortbedingungen (Wasserverfügbarkeit, Licht).
Schattenpflanzen
Großflächige, dünne und zarte Blätter.
Anpassung an geringe Lichtintensitäten.
Vertragen keine intensive Sonneneinstrahlung.
Sonnenpflanzen
Benötigen starke Lichteinstrahlung.
Gedeihen bei unzureichender Beleuchtung schlecht.
Kleine, derbe oder ledrige Blätter.
Oft mehrschichtiges Palisadengewebe.
Anpassung an Lichtverhältnisse
Schattenblätter: Große Blattspreite, einschichtiges Palisadengewebe.
Sonnenblätter: Mehrschichtiges Palisadengewebe, kleine Blattspreite.
Lichtkompensationspunkt
Definition: Lichtintensität, bei der die Fotosyntheserate die Zellatmungsrate kompensiert.
Schattenblatt: Erreicht den Lichtkompensationspunkt bei niedrigerer Lichtintensität.
Sonnenblatt: Benötigt höhere Lichtintensität, ist aber bei höheren Lichtintensitäten produktiver.
Temperaturabhängigkeit der Fotosynthese
Steigende Temperatur: Erhöht die Fotosyntheserate bis zum Temperaturmaximum.
Temperaturoptimum: Maximum der Fotosyntheserate.
Hohe Lichtintensität: Verstärkt die Temperaturabhängigkeit.
Enzymatische Reaktionen: Geschwindigkeiten des Calvin-Zyklus bestimmen die Gesamtgeschwindigkeit der Fotosynthese.
Geringe Lichtintensität: Temperatur hat kaum Einfluss auf die Fotosyntheserate.
Limitierender Faktor: Licht bei geringer Lichtintensität.
Temperaturbereiche
Pflanzen gemäßigter Breiten: Optimum zwischen 20 und 30 °C, Minimum um 0 °C.
Wintergrüne Pflanzen: Fotosynthetisch aktiv auch unterhalb des Gefrierpunktes.
Tropische Pflanzen: Deutlich höheres Temperaturoptimum.
Pflanzen nördlicher Breiten: Entsprechend niedrigeres Temperaturoptimum.
Abhängigkeit der Fotosynthese von äußeren Faktoren
Beeinflussende Faktoren: Licht, Wasser, Temperatur, Mineralsalze, Kohlenstoffdioxid.
Begrenzender Faktor: Der Faktor, der am weitesten vom Optimum entfernt ist, begrenzt die Fotosyntheserate am meisten.
Natürlicher Kohlenstoffdioxidgehalt: Mit 0,04 % oft der begrenzende Faktor.
Messung der Fotosyntheserate
Indikatoren: Menge des produzierten Sauerstoffs oder der verwendeten Kohlenstoffdioxidmenge.
Zellatmung: Pflanzen nutzen auch das bei der Zellatmung freiwerdende Kohlenstoffdioxid.
Kohlenstoffdioxidgehalt im Gewächshaus
Erhöhung: Steigerung der Fotosyntheserate (z.B. Verdreifachung bei Gurken bei Erhöhung auf 0,1 %).
Sättigung: Weitere Erhöhung des CO2-Gehalts bringt keine zusätzliche Steigerung.
CO2-Kompensationspunkt
Definition: Punkt, an dem die Fotosynthese- und Dissimilationsrate gleich sind.
Nettofotosynthese: Gleich null.
Überwiegen der Zellatmung: Sinkt die Fotosyntheserate unter den Kompensationspunkt, überwiegt die Zellatmung und die Pflanze kann auf Dauer nicht überleben.
Lichtintensität
Abhängigkeit: Fotosynthese ist primär von der Lichtintensität abhängig, d.h. der Anzahl der Lichtquanten pro Zeiteinheit auf eine bestimmte Blattfläche.
Dunkelheit: Keine Fotosynthese möglich, Sauerstoffverbrauch aufgrund der Zellatmung.
Steigende Lichtintensität: Proportionaler Anstieg der Fotosyntheserate.
Lichtkompensationspunkt: Fotosynthetische Sauerstoffproduktion gleicht den Sauerstoffverbrauch durch die Zellatmung aus.
Stoffumsetzungen im Fließgewässer
Bedingungen: Veränderungen von der Quelle zur Mündung (Strömung, Eintrag organischen Materials).
Stoff- und Energiefluss: Lebewesen sind durch einen Stoff- und Energiefluss miteinander verbunden.
Beteiligte Organismen: Produzenten (Ufervegetation, Wasserpflanzen, Algen), Konsumenten (Tiere), Destruenten (Bakterien).
Kreislauf: Kohlenstoffdioxid, Sauerstoff, Mineralstoffe, tote organische Substanz.