Einigung Deutschlands
Einigung Deutschlands
Nationalismus und seine Wurzeln
Nationalismus in den deutschen Fürstentümern etwa ab der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Bekämpfung Napoleons führte zu einem neuen „Wir-Gefühl“ unter den Deutschen.
Erster Ausdruck im Wartburgfest 1817: nationale Reden von Studenten betonten den Wunsch nach Einheit.
Politische Situation nach dem Wiener Kongress
Absolutistische Herrschaft der deutschen Fürsten nach dem Wiener Kongress.
Freie Meinungsäußerung und Kritik waren nicht erlaubt.
Nationalismus wurde vor allem in bürgerlichen Salons diskutiert und erst 1848 offen vertreten, verbunden mit Forderungen nach politischer Mitbestimmung und einer Verfassung.
Höhepunkt des Nationalismus
Streit innerhalb des Deutschen Bundes über die zukünftige Führung.
Nach Napoleons Niederlage entstand der Deutsche Bund als Nachfolge des Heiligen Römischen Reichs, dominiert von Preußen (Hohenzoller) und Österreich (Habsburger).
Zwei Konzepte:
Großdeutsche Lösung: Habsburger an der Spitze, Einbeziehung aller Kronländer.
Kleindeutsche Lösung: Königreich Preußen als Führer, Ausschluss der Habsburger.
Wirtschaftliche Entwicklungen
Gründung des deutschen Zollvereins 1834 unter preußischer Initiative.
Zollschranken wurden abgebaut, was die preußische Wirtschaft stärkten.
Starke Industrialisierung führte zu Notwendigkeit überregionaler Infrastruktur und freiem Handel.
Otto von Bismarck
1862 Ernennung zum preußischen Kanzler.
Geschickte Manipulation der öffentlichen Meinung zur Förderung des nationalen Einigungsgedankens.
Verfassung unter Bismarck gab ihm (Kanzler) nahezu unbeschränkte Rechte, während das Parlament (Reichstag) wenig Mitbestimmung hatte.
Der Weg zur Einigung
Krieg gegen Österreich
1866: Sieg der preußischen Armee über Österreich in der Schlacht bei Königgrätz.
Österreichs Stellung stark geschwächt, nicht besetzt, um zukünftige Allianz nicht zu gefährden.
Preußen wird durch den Sieg das Zentrum des deutschen Nationalismus.
Norddeutscher Bund
1867: Gründung des Norddeutschen Bundes als Bundesstaat mit Verfassung.
Umfasst Länder nördlich des Mains: Bismarck als Kanzler, Wilhelm I. als König.
Militärische Schutzbündnisse mit den süddeutschen Staaten.
Proklamation des Deutschen Kaiserreichs
Deutsch-Französischer Krieg (1870/71) führt zur Einigung.
Proklamation des Deutschen Kaiserreichs 1871 unter Bismarcks Führung.
Ausrufung im Spiegelsaal von Versailles, als demütigend für die Franzosen.
Auswirkungen der Einigung
Nationale Begeisterung zwischen 1871 und dem Ersten Weltkrieg.
Neues Selbstbewusstsein in deutschen Fürstentümern, Forderung nach Kolonien.
Militarisierung der Gesellschaft und Erziehung zur Gehorsamkeit führen zur erhöhten Kriegsbereitschaft.
Nationalhymne – "Das Lied der Deutschen"
Text von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1841).
Hauptthemen: Einheit, Schutz, Treue und Freiheit für das deutsche Vaterland.
Betonung auf nationale Identität und das Streben nach einem vereinten Deutschland.