GSW Territorium

Gesellschaft, Staat und Wirtschaft Chinas seit 1978

  • Vorlesung von Prof. Dr. Nicola Spakowski im WS 2025/26, BA-Studiengang Sinologie.

Pflichtlektüre

  • Liang Emlyn Yang, „Physische Geographie Chinas“ in der Herausgeberschaft von Sina Hardaker und Peter Dannenberg.

  • Veröffentlicht in: China. Geographien einer Weltmacht, Springer 2023, Seiten 17-24.

Grunddaten der Volksrepublik China

  • Bezeichnung: 中华人民共和国 (Zhōnghuá Rénmín Gònghéguó)

  • Gründungsdatum: 1. Oktober 1949

  • Hauptstadt: Beijing (北京)

  • Bevölkerungsgröße: ca. 1,4 Milliarden (Mrd.)

  • Währung: Renminbi (unterteilt in Yuan, Jiao/Mao und Fen)

Grenzen und Nachbarländer der VR China

  • Die VR China hat 14 Nachbarländer.

  • Die Landesgrenze beträgt insgesamt 22.117 km.

  • Die Küstenlinie der VR China ist 14.500 km lang.

Territorialkonflikte im Ost- und Südchinesischen Meer

  • Umstrittene Ansprüche auf Inseln und Seebereiche.

  • Interessen:

    • Rohstoffe wie Erdöl und Erdgas.

    • Fischerei.

    • Kontrolle über Schifffahrtsrouten (Handel, geopolitische Bedeutung).

  • Eindeutige historische oder rechtliche Ansprüche sind oft umstritten.

  • Konfliktparteien: VR China, Taiwans, Japan, Südkorea, Philippinen, Indonesien, Vietnam, Malaysia, Brunei und USA (in Unterstützung von Verbündeten).

  • Besondere Konfliktgebiete:

    • Ostchinesisches Meer: Diaoyutai/Senkaku-Inseln (zwischen China und Japan).

    • Südchinesisches Meer:

    • Spratly-Inseln (VR China, Vietnam, Taiwan).

    • Paracel-Inseln (VR China, Taiwan, die Philippinen, Vietnam, Brunei und Malaysia).

„Greater China“

  • Definition: Bezeichnung für ethnisch chinesische Bevölkerungen außerhalb der Volksrepublik China.

    • Beispiel: Chinesische Bevölkerung in Malaysia.

    • Einige zählen auch Chinatowns in London und New York dazu.

  • Regierungen und Gebiete in „Greater China“:

    • Hongkong (VR China) und Taiwan (Republik China) sind ebenfalls Teil dieser Region.

    • Regionale Einteilungen umfassen Malaysia und Singapur.

Natürliche Geographie Chinas

Höhenstufen

  1. Qinghai-Tibet-Plateau

    • Durchschnittliche Höhe: 4.000 bis 5.000 m.

    • Höchstgelegenes Plateau der Erde; auch bekannt als „Dach der Welt“.

  2. Plateaus und Becken mittlerer Höhenlage

    • Schließen an die östliche und nördliche Seite des tibetischen Hochlandes an.

    • Durchschnittliche Höhe: 1.000 bis 2.000 m.

    • Beispiele: Tarim-Becken, Hochland der Inneren Mongolei, Lössplateau, Rotes Becken von Sìchuān, Yúnnán-Guìzhōu-Hochplateau.

  3. Hügelländer und Ebenen

    • Beispiele: Mandschurische Ebene, Nordchinesische Tiefebene, Yangzi-Ebene und südchinesisches Hügelland.

Vielfältige Landschaftsformen

  • Anteil der Gebirge und Hochländer am Gesamtterritorium: 60 %.

  • Anteil der Becken, Ebenen und Flusslandschaften: 40 %.

  • Anteil der Wüsten: 13 %.

  • Landschaftliche Superlative:

    • Größtes Hochplateau.

    • Höchster Berg.

    • Längste Flüsse.

  • Vielfalt der Landschaften verursacht große Unterschiede in Bezug auf Siedlungsdichte und Wirtschaftsformen (insbesondere zwischen Ost- und Westchina).

Klimazonen

Klimatische Einteilungen
  1. Subarktisch

    • Sehr kurze, kühle Sommer; lange, strenge Winter.

  2. Feuchtes Kontinentalklima, kaltes Sommer

    • Kurze, milde Sommer; lange, kalte Winter.

  3. Semi-arid (Steppenklima)

    • Kurze, heiße Sommer; lange, kalte Winter.

  4. Feuchtes Kontinentalklima, warmes Sommer

    • Lange, warme Sommer; kurze, kalte Winter.

  5. Arid (Wüstenklima)

    • Lange, sehr heiße Sommer; kurze, kühle Winter.

  6. Hochland

    • Lokale Klimate variieren mit der Höhe und Exposition.

  7. Feuchtes subtropisches Klima

    • Lange, warme Sommer mit starken Regenfällen; kurze, milde Winter.

  8. Tropisches Regenwaldklima

    • Gleichmäßig hohe Temperaturen das ganze Jahr über; erhebliche Niederschläge ohne ausgeprägte Trockenzeit.

Niederschläge

  • Durchschnittliche Niederschlagsverteilung in China.

  • Bodenbedeckung und landwirtschaftliche Nutzung sind stark durch Niederschläge beeinflusst.

Drei große Flusssysteme

  • Yangtzekiang/Yangzi (Changjiang): 6.380 km, drittgrößter Fluss der Welt.

  • Gelber Fluss (Huanghe): 4.845 km.

  • Perlfluss (Zhujiang): 2.400 km.

Bodennutzung und Besiedlung

  • Chinas Anteil an der Weltbevölkerung (2025): 17,2 %, zweitgrößte Bevölkerung nach Indien.

  • Landwirtschaftliche Nutzfläche: 7 % der globalen landwirtschaftlichen Nutzfläche (Tendenz sinkend durch Industrialisierung, Urbanisierung, Verkehrsflächen).

  • Siedlungsgünstige Gebiete:

    • Ostchinesische Ebene, Hügelländer Südostchinas, Küstenebenen.

  • Siedlungsungünstige Gebiete:

    • Qinghai-Tibet-Plateau, Nordwestchina.

Verwaltungsgliederung der VR China

  1. Provinzen: 22 Provinzen (einschließlich Anspruch auf Taiwan).

  2. Autonome Gebiete: 5 autonome Gebiete (Guangxi, Innere Mongolei, Ningxia, Xinjiang, Tibet).

    • Autonomes Gebiet wird als Minderheitengebiet mit Provinzstatus definiert.

  3. Regierungsunmittelbare Städte: 4 Städte (Beijing, Shanghai, Chongqing, Tianjin).

    • Einwohnerzahlen (2023):

      • Peking: 21,8 Mio.

      • Chongqing: 31,9 Mio. (geschätzt: 14,3 Mio. im Ballungsraum Chongqing).

      • Shanghai: 24,8 Mio.

      • Tianjin: 13,6 Mio.

  4. Sonderverwaltungszonen: 2 Zonen (Hongkong seit 1997 und Macao seit 1999).

    • Eigenständige Regierung und Gesetzgebung, jedoch kein souveräner Staat.

    • Einwohnerzahlen (2024):

      • Hongkong: 7,5 Mio.

      • Macao: 687.000.

Geo-demographische Aspekte Chinas (2015)

  • 57 % der Fläche haben 6 % der Bevölkerung.

  • 43 % der Fläche beherbergen 94 % der Bevölkerung.

Weiterführende Literatur

  • Meyers Atlas China: Auf dem Weg zur Weltmacht, Mannheim: Bibliographisches Institut, 2010.

  • National Geographic Atlas of China, Washington: National Geographic, 2008.

Zusammenfassung für die Studierenden

  • Die Grunddaten der Volksrepublik China, das System ihrer Verwaltungsgliederung sowie die grundlegenden Merkmale ihrer natürlichen Geographie sind wesentliche Aspekte, die sich im Kontext ihrer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen seit 1978 sehen lassen.