1_Fachbezogene Methoden im KU

Grundlagen der Auseinandersetzung mit Bildern

  • Inhalt der ästhetischen Reflexion:

    • Analyse und Interpretation visueller Sachverhalte

    • Ziel: Erkenntnisse aus visuellen Eindrücken gewinnen und kommunizieren

  • Gegenstände der ästhetischen Reflexion:

    • Bildende Kunst: Zeichnungen, Grafiken, Malerei, Fotografie, Video, Film, Plastik, Skulptur, Objekte, Performance, Happening, Environment, Installation.

    • Optische Massenmedien: Druckmedien (Zeitung, Zeitschrift, Plakat), Filme, Fernsehen, Video.

    • Gestaltete Umwelt/Design: Architektur, Stadt- und Landschaftsgestaltung, Innenarchitektur, Industriedesign, Mode.

    • Ästhetisch strukturierte Ereignisse: Kulturelle, religiöse, sportliche und politische Veranstaltungen; Zeremonien; Riten.

  • Wahrnehmung von Kunstwerken:

    • Kunstwerke unterscheiden sich von Alltagswahrnehmungen

    • Kunstwerke sind komplexere Zeichen und provozieren Denkprozesse

    • Subjektive Interpretation aufgrund der Komplexität optischer Phänomene.

Analyse und Interpretation

  • Analyse:

    • Ziel: Struktur und Prinzipien ästhetischer Objekte erfassen.

    • Sie ist kein Zergliederungsverfahren, sondern dient der Zusammenfassung von Einzelfakten zu einem komplexen Gesamtbild.

    • Basis der Analyse: objektiv erfassbare Faktoren (äußere und inhaltliche Bestandsaufnahme).

  • Interpretation:

    • Ziel: Sinn, Ausdruck und Wert eines ästhetischen Objekts klären.

    • Umfasst objektive Daten des Objekts und subjektive Auffassungen des Betrachters.

Fachwissenschaftliche Methoden der Werkbetrachtung

  • Verschiedene kunstwissenschaftliche Methoden:

    • Stilanalyse, Strukturanalyse, Ikonografie, Hermeneutik, biografisch-historische Methoden, und weitere.

    • Werkimmanente Methoden: Analysieren und interpretieren im Kontext des Werkes selbst, ohne externe Einflüsse zu berücksichtigen.

Werkimmanente Bildanalyse

  • Vorgehen: (Fragen: Was? Wie? Warum?)

    1. Was ist dargestellt?

      • Beschreibung des Gesamtmotivs und der Einzelteile.

    2. Wie ist es dargestellt?

      • Analyse der formalen bildnerischen Mittel.

    3. Warum ist es so dargestellt?

      • Deutende Schlussfolgerungen aus der Bildbeschreibung.

  • Bedeutung des ersten Eindrucks als Zugang zum Werk und als Teil der Erkenntnis.

Strukturanalyse

  • Analysemethodik als wichtiges Werkzeug in der Kunstwissenschaft.

    • Fokussiert sich auf das Verständnis des Gesamtwerks durch die Betrachtung qualitativer und formaler Elemente.

    • Konzept der Komposition und Zusammenhang zwischen Einzelelementen und Gesamtbild.

Formale bildnerische Mittel

  • Bedeutende Aspekte der Analyse:

    • Form: Differenzierung, Symmetrie/Asymmetrie, Komposition.

    • Farbe: Bedeutung der Farbe, ihre Funktionen und Wirkungen.

    • Raumdarstellung: Illusion, Perspektive.

    • Plastik: Körperplastik vs. Raumplastik, Oberflächengestaltung.

    • Fotografie und Film: Auswahl des räumlichen und zeitlichen Ausschnitts.

Beispielskizzen

  • Analyzing sketch examples included for practicable lessons in painting and plastic art, referencing significant historical artworks and their respective interpretations.