KIJU_ Emma Dornea Schwangerschaft, Geburt & Wochenbett
Dient der gesundheitlichen Vorsorge für Schwangere und Kleinkinder.
Umfasst Untersuchungen während der Schwangerschaft und bis zum 5. Lebensjahr des Kindes.
Untersuchungen während der Schwangerschaft
Bis zum Ende der 16. SSW:
Blutuntersuchung auf Luesinfektion, Blutgruppe, Rhesusfaktor (außer bei Originalbefund), Hämoglobinwert, Hämatokrit, Toxoplasmose, HIV-Test.
Ausführliche Anamnese.
Gynäkologische Untersuchung.
Beurteilung der Notwendigkeit weiterer Untersuchungen.
In der 17 – 23. SSW:
Interne Untersuchung.
Anamnese, gynäkologische Untersuchung und Erhebung von Risikofaktoren.
In der 25 – 28. SSW:
Bestimmung des Hämatokrits und Hämoglobinwerts.
Hepatitis-B-Untersuchung, oraler Glukosetoleranztest.
In der 30 – 34. SSW:
Weitere Anamnese, gynäkologische Untersuchung.
In der 35 – 38. SSW:
Oraler Glukosetoleranztest.
Ultraschalluntersuchungen
Empfohlen: 8-12. SSW, 18-22. SSW, 30-34. SSW.
Hebammenberatung
Zwischen 18-22 SSW: Informationen zu Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillen und Ernährung.
Ernährung und Sport in der Schwangerschaft
Tägliche Ernährung
Mindestens 1,5 Liter Wasser oder alkoholfreie Getränke.
Gemüse und Obst:
3 Portionen Gemüse/Hülsenfrüchte, 2 Portionen Obst. Ab der 13. SSW 1 Extraportion.
Getreide:
3 Portionen (Vollkorn bevorzugt), ab der 30. SSW 1 Extraportion.
Milchprodukte:
3 Portionen, ab der 13. SSW eine Extraportion oder Fisch, mageres Fleisch.
Pflanzliche Öle, Nüsse oder Samen.
Sport
Vorteile:
Verbesserung von Herz-Kreislauf- und Lungenfunktion.
Weniger Schwangerschaftsbeschwerden.
Gesteigertes Wohlbefinden.
Impfungen bei Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit
Vor der Schwangerschaft: Masern, Mumps, Röteln, Varizellen, Diphtherie-Tetanus-Pertussis, Influenza.
In der Schwangerschaft: Totimpfstoffe (z.B. Pertussis, Tetanus, Influenza).
Empfehlungen für Schwangere zur Minimierung von Risiken (z.B. RSV-Impfung ab 24. SSW).
Beschwerden und Infektionen in der Schwangerschaft
Häufige Beschwerden
Ödeme: hochlagern der Beine, eiweißreiche Kost.
Übelkeit und Erbrechen: kleine Mahlzeiten, auslösende Speisen meiden.
Sodbrennen: reizende Lebensmittel vermeiden, sitzende Position nach dem Essen.
Infektionen
Toxoplasmose: Gut waschen, Handschuhe bei Gartenarbeit.
Listeriose: Fleisch gut durchgaren, Rohmilch meiden.
Komplikationen
Gestationsdiabetes: Insulintherapie falls BZ-Werte nicht im Therapiebereich.
Plazenta Praevia: Beobachtung von Blutungen, ggf. Sectio bei reifem Kind.
Rhesus-Inkompatibilität: Anti-D-Prophylaxe in der Schwangerschaft.
Geburtsvorbereitung und -interventionen
Geburtsschmerz
Physiologisch, entsteht durch Dehnung.
Interventionen: Aufklärende Gespräche, Entspannungsübungen.
Postpartale Phase (Wochenbett)
Rückbildung und Pflege
Lochien: Überwachung des Wochenflusses.
Kontrolle der Uterusrückbildung: Regelmäßige Kontrollen des Fundusstandes.
Interventionen: Bauchlage, Massage, emotionale Unterstützung.
Komplikationen im Wochenbett
Infektionen: Puerperalfieber, Endometritis überwachen.
Probleme bei Rückbildung: starke Blutungen, Lochialstau.
Thrombophlebitis: Frühmobilisation, Thromboseprophylaxe.
Psychische Begleitung
Baby-Blues vs. postpartale Depression
Baby-Blues: kurzzeitig, Stimmungsschwankungen.
Postpartale Depression: länger andauernd, erfordert professionelle Hilfe.
Risikofaktoren: Stress, Schlafmangel, fehlende Unterstützung.
Therapie
Antidepressiva, Psychotherapie, unterstützende Maßnahmen.