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Strategische Fragestellungen wurden in der BWL lange Zeit dominiert durch Ansätze aus der nichtkooperativen Spieltheorie - Erkläre
Nichtkooperative Spieltheorie = Eine speziell für die Wirtschaftswissenschaften entwickelte mathematische Methode zur Berechnung z. B. von Wettbewerbsverhalten auf Märkten.
Spieltheorie:
Akteure werden als rational agierende Egoist:innen modelliert, die ohne moralische Bedenken und ohne Rücksicht auf andere – die als Gegner:innen betrachtet werden – jede Gelegenheit zu opportunistischem Verhalten wahrnehmen. Opportunistisches Verhalten, im Sinne von „wo kein Kläger, da kein Richter“, wurde bei interaktiven Entscheidungen in den Vordergrund gerückt und zunehmend zur Verhaltensannahme des ökonomischen Handelns.
Der Homo Oeconomicus war geboren. In der Wirtschaftsethik wird mit dem Homo Oeconomicus menschliches Handeln als rationale, eigeninteressierte Reaktion auf die (Anreiz-)Bedingungen einer Situation modelliert. „Dieser – ein maschinengleich seinen Nutzen maximierender kooperationsfeindlicher Egoist – entwickelte sich zum heimlichen Modell des Humanen.“
Diesem Bild steht aber mittlerweile eine Vielzahl an Forschungen gegenüber, die dem Ideal eines allwissenden, rational handelnden Menschenbilds widersprechen.
„Wir sind auf Kooperation geeicht.“ Silke Helfrich stellte z. B. 2014 in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung eine umfassende Anthologie zusammen, die sich sehr vielfältig mit dem Thema Commons beschäftigt. Für Ottmar Edenhofer wird Kooperation zur Überlebensbedingung der Menschheit werden und nicht nur er spricht von Kooperation als dem neuen Allheilmittel für die kleineren und größeren Probleme der Wirtschaft und Gesellschaft.
Als Schlagwörter sind hier z. B. die Trends Coopetition (Melzer, 2015), Co-Creation (Marx, 2022) oder auch ein kooperativer Erziehungsstil zu nennen, die als Begrifflichkeiten und Prinzipien immer mehr Einzug in das alltägliche Leben halten.
Commons
Unter Commons versteht man gemeinsam hergestellte, gepflegte und genutzte Produkte und Ressourcen unterschiedlicher Art.
Wachstumsmodell nach L. E. Greiner
In Greiners Wachstumsmodell gibt es beispielsweise ein Wachstum durch Kooperation, welches aus der Bürokratiekrise führen kann

4Cs of 21st Century Skills
Der Homo Oeconomicus bestimmt zwar noch in vielen Bereichen das Menschenbild der Betriebswirtschaftslehre, doch entwickelt sich beispielsweise auch in der Ausbildung immer mehr ein Bild von Fähigkeiten, die Menschen auch in Zukunft in Lohn und Brot halten könnten. Zusammengefasst handelt es sich um die 4Cs der 21st Century Skills.
In den 4Cs zeigt sich aber auch, dass Kooperation in Form von Kollaboration nur ein Teil des Ganzen ist und nicht das einzige Mittel, um die Mitglieder der Gesellschaft für die Zukunft fit zu machen.
Im Großen und Ganzen wäre eine ausgewogene Balance zwischen Kooperation und Konkurrenz wünschenswert, die alle gemeinsam voranbringt.

Kooperation/Kollaboration
Kooperation
Bei einer Kooperation arbeiten mehrere Personen, Teams oder Organisationen zusammen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Dabei bleiben die Aufgaben und Verantwortlichkeiten meist klar getrennt.
Merkmale:
Arbeitsteilung: Jeder übernimmt einen bestimmten Teil.
Die Beteiligten bleiben relativ unabhängig.
Ergebnisse werden am Ende zusammengeführt.
Beispiel:
Eine Marketingagentur erstellt die Werbekampagne, während eine Druckerei die Broschüren produziert. Beide arbeiten für dasselbe Projekt, erledigen aber unterschiedliche Aufgaben.
Kollaboration
Bei einer Kollaboration arbeiten die Beteiligten gemeinsam an denselben Aufgaben und entwickeln Lösungen zusammen. Der Austausch ist enger und kontinuierlicher.
Merkmale:
Gemeinsame Erarbeitung von Ideen und Ergebnissen.
Hohe Interaktion und Abstimmung.
Wissen und Verantwortung werden stärker geteilt.
Beispiel:
Ein Team erstellt gemeinsam ein Konzeptdokument in einem Online-Tool, diskutiert Ideen, ergänzt Inhalte und überarbeitet sie gemeinsam.