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Diese Flashcards decken die wichtigsten Grundbegriffe der Vorlesung 'VO DaZ und Sprachliche Bildung' ab, einschließlich Sprachfamilien, morphologischer Typen, Universalien sowie Theorien der kontrastiven Linguistik und des Spracherwerbs.
Name | Mastery | Learn | Test | Matching | Spaced | Call with Kai |
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Historisch-genetischer Vergleich
Untersuchung von Sprachverwandtschaften durch die Rückverfolgung der Geschichte einzelner Sprachen und die Rekonstruktion von Ursprungssprachen (Protosprachen).
Typologischer Vergleich
Klassifizierung von Sprachen aufgrund ihrer strukturellen Merkmale (z. B. Wortstellung oder morphologischer Aufbau) unabhängig von ihrer Verwandtschaft.
Kontrastive Linguistik
Zielgerichteter und didaktisch motivierter Vergleich von zwei Sprachen zur Aufdeckung von interlingualen Gemeinsamkeiten und Unterschieden.
Indogermanisch
Größte Sprachfamilie mit ca. 280 bekannten Sprachen und etwa 3.000Mio Sprecher*innen weltweit.
Sinotibetisch
Zweitgrößte Sprachfamilie, verbreitet in China, der Himalaya-Region und Südostasien, mit ca. 1.288Mio Sprecher*innen.
Isolierende Sprachen
Analytische Sprachen, in denen Wörter unveränderlich sind und grammatische Informationen durch eigenständige Wörter ausgedrückt werden (z. B. Chinesisch, Vietnamesisch).
Agglutinierend
Vom lateinischen 'agglutinare' (ankleben); Sprachen, bei denen Präfixe und Suffixe mit jeweils einer festen Funktion an ein Wort gehängt werden (z. B. Türkisch, Finnisch).
Flektierend
Vom lateinischen 'flectere' (biegen); Sprachen, bei denen Präfixe und Suffixe an den veränderbaren Wortstamm gehängt werden und oft mehrere grammatische Informationen gleichzeitig tragen (z. B. Deutsch).
Polysynthetisch
Sprachtyp, bei dem zahlreiche Affixe an ein zentrales Morphem (Stamm) angehängt werden, sodass ein einziges Wort die Bedeutung eines ganzen Satzes tragen kann (z. B. Yupik).
Absolute unbedingte Universalien
Gesetzmäßigkeiten, die für alle menschlichen Sprachen gelten, z. B. dass alle Sprachen Konsonanten, Vokale sowie Nomen und Verben besitzen.
Statistische unbedingte Universalien
Merkmale, die in den meisten, aber nicht zwingend allen Sprachen vorkommen, wie z. B. der Vokal [i] oder die Tendenz, dass das Subjekt vor dem Objekt steht.
Implizite Universalien
Wenn-Dann-Beziehungen zwischen sprachlichen Merkmalen; hat eine Sprache Eigenschaft A, folgt daraus oft Eigenschaft B (z. B. VSO-Sprachen sind meist präpositional).
SVO-Struktur
Wortstellung 'Subjekt-Verb-Objekt', die bei ca. 35,4% der untersuchten Sprachen (z. B. Englisch) die Grundreihenfolge bildet.
SOV-Struktur
Häufigste Wortstellung weltweit (41%), bei der das Verb am Satzende steht (z. B. Türkisch, Japanisch).
WALS (World Atlas of Language Structures)
Wissenschaftliche Online-Datenbank zur Sprachtypologie, die Informationen über Grammatik, Laute und Wortschatz von Sprachen weltweit sammelt.
Pro-drop-Sprachen
Sprachen, in denen Pronomen (Subjekt oder Objekt) weggelassen werden können, da die Verbendung bereits Auskunft über die Person gibt (z. B. Spanisch, Italienisch, Türkisch).
Heiße Sprachen
Sprachen, die dem Konsumenten viele explizite Informationen bieten, z. B. durch Artikel, mehrere Genera, zahlreiche Kasus oder Numeri (Konzept nach Grein 2021).
Kühle Sprachen
Sprachen, bei denen der Konsument aktiv am Verstehensprozess mitarbeiten muss, da Informationen oft aus dem Kontext erschlossen werden (z. B. Sprachen ohne Artikel oder Genus).
Positiver Transfer
Übertragung von Strukturen aus der Erstsprache, die in der Zielsprache korrekt sind (z. B. 'apple' = 'Apfel').
Interferenz (Negativer Transfer)
Fehlerhafte Übertragung von Strukturen der Erstsprache auf die Zielsprache (z. B. 'handy' im Englischen bedeutet nicht das Mobiltelefon).
Kontrastivhypothese (Robert Lado)
Theorie, die besagt, dass ähnliche Elemente zwischen Sprachen leicht und unterschiedliche Elemente schwer zu lernen sind; gilt heute als wissenschaftlich überholt.
Interlanguage-Hypothese
Fokussiert auf das dynamische Verhältniszwischen Erstsprache (L1) und Zweitsprache (L2) und betrachtet die individuelle Lernersprache als eigenes System.
Übergeneralisierung
Ein Spracherwerbsmechanismus, bei dem eine gelernte Regel auf Ausnahmen angewendet wird (z. B. 'Ich bin gegeht' statt 'gegangen').
Fossilierung
Ein Prozess im Zweitspracherwerb, bei dem sich fehlerhafte sprachliche Strukturen verfestigen und trotz Übung nicht mehr korrigiert werden.