DaZ und Sprachliche Bildung: Sprachvergleich und Sprachtypologie

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Diese Flashcards decken die wichtigsten Grundbegriffe der Vorlesung 'VO DaZ und Sprachliche Bildung' ab, einschließlich Sprachfamilien, morphologischer Typen, Universalien sowie Theorien der kontrastiven Linguistik und des Spracherwerbs.

Last updated 12:26 PM on 6/6/26
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24 Terms

1
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Historisch-genetischer Vergleich

Untersuchung von Sprachverwandtschaften durch die Rückverfolgung der Geschichte einzelner Sprachen und die Rekonstruktion von Ursprungssprachen (Protosprachen).

2
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Typologischer Vergleich

Klassifizierung von Sprachen aufgrund ihrer strukturellen Merkmale (z. B. Wortstellung oder morphologischer Aufbau) unabhängig von ihrer Verwandtschaft.

3
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Kontrastive Linguistik

Zielgerichteter und didaktisch motivierter Vergleich von zwei Sprachen zur Aufdeckung von interlingualen Gemeinsamkeiten und Unterschieden.

4
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Indogermanisch

Größte Sprachfamilie mit ca. 280280 bekannten Sprachen und etwa 3.000Mio3.000\,\text{Mio} Sprecher*innen weltweit.

5
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Sinotibetisch

Zweitgrößte Sprachfamilie, verbreitet in China, der Himalaya-Region und Südostasien, mit ca. 1.288Mio1.288\,\text{Mio} Sprecher*innen.

6
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Isolierende Sprachen

Analytische Sprachen, in denen Wörter unveränderlich sind und grammatische Informationen durch eigenständige Wörter ausgedrückt werden (z. B. Chinesisch, Vietnamesisch).

7
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Agglutinierend

Vom lateinischen 'agglutinare' (ankleben); Sprachen, bei denen Präfixe und Suffixe mit jeweils einer festen Funktion an ein Wort gehängt werden (z. B. Türkisch, Finnisch).

8
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Flektierend

Vom lateinischen 'flectere' (biegen); Sprachen, bei denen Präfixe und Suffixe an den veränderbaren Wortstamm gehängt werden und oft mehrere grammatische Informationen gleichzeitig tragen (z. B. Deutsch).

9
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Polysynthetisch

Sprachtyp, bei dem zahlreiche Affixe an ein zentrales Morphem (Stamm) angehängt werden, sodass ein einziges Wort die Bedeutung eines ganzen Satzes tragen kann (z. B. Yupik).

10
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Absolute unbedingte Universalien

Gesetzmäßigkeiten, die für alle menschlichen Sprachen gelten, z. B. dass alle Sprachen Konsonanten, Vokale sowie Nomen und Verben besitzen.

11
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Statistische unbedingte Universalien

Merkmale, die in den meisten, aber nicht zwingend allen Sprachen vorkommen, wie z. B. der Vokal [i][i] oder die Tendenz, dass das Subjekt vor dem Objekt steht.

12
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Implizite Universalien

Wenn-Dann-Beziehungen zwischen sprachlichen Merkmalen; hat eine Sprache Eigenschaft A, folgt daraus oft Eigenschaft B (z. B. VSO-Sprachen sind meist präpositional).

13
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SVO-Struktur

Wortstellung 'Subjekt-Verb-Objekt', die bei ca. 35,4%35,4\,\% der untersuchten Sprachen (z. B. Englisch) die Grundreihenfolge bildet.

14
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SOV-Struktur

Häufigste Wortstellung weltweit (41%41\,\%), bei der das Verb am Satzende steht (z. B. Türkisch, Japanisch).

15
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WALS (World Atlas of Language Structures)

Wissenschaftliche Online-Datenbank zur Sprachtypologie, die Informationen über Grammatik, Laute und Wortschatz von Sprachen weltweit sammelt.

16
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Pro-drop-Sprachen

Sprachen, in denen Pronomen (Subjekt oder Objekt) weggelassen werden können, da die Verbendung bereits Auskunft über die Person gibt (z. B. Spanisch, Italienisch, Türkisch).

17
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Heiße Sprachen

Sprachen, die dem Konsumenten viele explizite Informationen bieten, z. B. durch Artikel, mehrere Genera, zahlreiche Kasus oder Numeri (Konzept nach Grein 2021).

18
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Kühle Sprachen

Sprachen, bei denen der Konsument aktiv am Verstehensprozess mitarbeiten muss, da Informationen oft aus dem Kontext erschlossen werden (z. B. Sprachen ohne Artikel oder Genus).

19
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Positiver Transfer

Übertragung von Strukturen aus der Erstsprache, die in der Zielsprache korrekt sind (z. B. 'apple' = 'Apfel').

20
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Interferenz (Negativer Transfer)

Fehlerhafte Übertragung von Strukturen der Erstsprache auf die Zielsprache (z. B. 'handy' im Englischen bedeutet nicht das Mobiltelefon).

21
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Kontrastivhypothese (Robert Lado)

Theorie, die besagt, dass ähnliche Elemente zwischen Sprachen leicht und unterschiedliche Elemente schwer zu lernen sind; gilt heute als wissenschaftlich überholt.

22
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Interlanguage-Hypothese

Fokussiert auf das dynamische Verhältniszwischen Erstsprache (L1) und Zweitsprache (L2) und betrachtet die individuelle Lernersprache als eigenes System.

23
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Übergeneralisierung

Ein Spracherwerbsmechanismus, bei dem eine gelernte Regel auf Ausnahmen angewendet wird (z. B. 'Ich bin gegeht' statt 'gegangen').

24
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Fossilierung

Ein Prozess im Zweitspracherwerb, bei dem sich fehlerhafte sprachliche Strukturen verfestigen und trotz Übung nicht mehr korrigiert werden.